Die deutsche Übersetzung für "Human Capital" lautet "Humanvermögen". Allerdings wird dieser Begriff häufig mit der Humanvermögensrechnung in Verbindung gebracht, wodurch er leicht in eine Richtung gedeutet werden könnte, die inhaltlich nicht ganz den Charakter des HCM trifft.
Die Humanvermögensrechnung berücksichtigt zwar ausdrücklich den (allgemeinen) Wert der Mitarbeiter, zielt jedoch in erster Linie darauf ab, diesen Wert buchhalterisch abzubilden. Die Managementtechniken, mit denen der Wert erhöht werden kann, sind dabei eher zweitrangig:
Dies ist ein weiterer Grund, die englisch/amerikanische Bedeutung zu verwenden. Die wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten, die anstatt der Kosten den Nutzen der Mitarbeiter in den Vordergrund stellen, stammen aus dem angloamerikanischen Raum, weshalb die dahinter stehende "Philosophie" auch stärker im Begriff "Human Capital Management" mitschwingt als in ihrer deutschen Übersetzung.
In der Praxis des Personalmanagements hat sich der Begriff "Human Capital Management" bislang noch nicht klar von Human Ressource Management abgegrenzt. Von Human Capital wird jedoch zumeist dann gesprochen, wenn der Wert der Mitarbeiter für das Unternehmen besonders betont werden soll - ähnlich dem Wert des Finanzkapitals. Unter "Wert" wird in diesem Zusammenhang jedoch nicht nur ausschließlich der direkte finanzielle Beitrag der Mitarbeiter zum Unternehmenswert verstanden, sondern auch der allgemeine Nutzen, den sie für ihr Unternehmen stiften, wie z.B. in Form geringerer Ausschussquoten oder höherer Produktivität, verbesserter Dienstleistung gegenüber dem Kunden oder durch einen erhöhten "kooperativen Wert" im Rahmen des "Wert(e)managements" innerhalb des Unternehmens.
Mit "Wertmanagement" wird eine Unternehmensführung bezeichnet, die primär darauf ausgerichtet ist, den (Unternehmens-)Wert eines Unternehmens nachhaltig zu steigern. Vereinfacht soll das Wertmanagement eine Antwort auf die Frage geben, wie ein Gesamtunternehmen mittel- bis langfristig einen höheren Wert generieren kann, als die Summe seiner Teilgeschäfte.
Die Bedeutung von Humankapital als Quelle für Fortschritt und Wachstum ist in der ökonomischen Forschung bereits seit Adam Smith bekannt, der als erster klassischer Ökonom das Humankapital bereits 1776 in die Definition von Kapital mit einschloss.
Durch die Arbeiten von Becker, Schultz und Mincer, welche die theoretische Basis der Humankapitaltheorie darstellen, wurde die Humankapitaltheorie Mitte des 20. Jahrhunderts für die ökonomische Forschung ‚wieder entdeckt’ und seither intensiv untersucht.
Die ‚moderne Humankapitalforschung’ wurde dabei maßgeblich unter der intellektuellen Führung von Theodore W. Schultz entwickelt, der Humankapital als "...skill, knowledge, and similar attributes that affect particular human capabilities to do productive work" definierte.
Veranstalter: TechnologieContor
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